Zum Hauptinhalt springen
LANUV-NRW-Logo
16.1

Wasserproduktivität des Verarbeitenden Gewerbes

Nutzbares Wasser wird knapper - Effizienz zahlt sich aus!

Wasserproduktivität, Wassereinsatz und Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes in NRW, ausgehend von einem dimensionslosen Index, der sich auf das Jahr 1998 als Referenz bezieht, für den Zeitraum 1998 - 2016 (Datengrundlage: Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Umweltökonomische Gesamtrechnung der Länder))

Datenstand 31.12.2016
Messgröße Wassereinsatz; Wasserproduktivität; Bruttowertschöpfung, dimensionslose Indizes
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Umweltökonomische Gesamtrechnung der Länder)
Fortschreibungsturnus dreijährlich
DPSIR-Indikator Response
  • Bezug zum Klimawandel

    Infolge des Klimawandels werden Trocken- und Hitzeperioden zukünftig öfter, intensiver und länger auftreten, sodass vor allem während dieser Perioden die Temperaturen in Fließgewässern ansteigen werden und gleichzeitig mit einer Abnahme des Abflusses zu rechnen ist. Bei hohen Gewässertemperaturen kann es zu Beschränkungen der Kühlwassereinleitungen für Industrie- und Gewerbebetriebe kommen. Situationen, in denen die Rückführung von gebrauchtem Kühlwasser und/oder die Entnahme von Kühlwasser nur noch eingeschränkt möglich ist, könnten künftig häufiger auftreten. Hohe Wasserbedarfe im produzierenden Gewerbe sind daher aus Perspektive der Klimaanpassung negativ zu bewerten, wohingegen ein effizienter Umgang mit der Ressource Wasser eine geringere Anfälligkeit bewirkt. 

  • Definition und Berechnung

    Der Wassereinsatz setzt sich zusammen aus der Wasserentnahme aus der Natur sowie der Bezüge von öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen, abzüglich der Abgaben von ungenutztem Wasser an andere Einheiten. Dieser Wert wird als Wassermenge [m³] pro Jahr erfasst. Des Weiteren ist die Bruttowertschöpfung angegeben, welche sich aus der Differenz der Produktionswerte und der Vorleistungen einzelner Wirtschaftsbereiche ergibt. Aufbauend hierauf ergibt sich die Wasserproduktivität, welche Aufschluss über die wirtschaftliche Leistung [EUR Bruttoinlandsprodukt je m³ Wassereinsatz] des Wirtschaftsbereichs „Verarbeitendes Gewerbe“ (inkl. „Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden“) gibt.

    Ausgehend von einem dimensionslosen Index, der sich auf das Jahr 1998 als Referenz bezieht, wurden die Entwicklungen der darauffolgenden Jahre berechnet und dargestellt. Die Werte sind preisbereinigt und somit frei von Inflationseffekten. Angestrebt wird eine Senkung des Wassereinsatzes bei gleichzeitiger Erhöhung der Bruttowertschöpfung.

    Die Daten stammen vom Hessischen Statistischen Landesamt als Dienstleister der Statistische Ämter des Bundes und der Länder für die Umweltökonomische Gesamtrechnung der Länder.

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Kelvin (K) über die Zeitreihe berechnet. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung.

  • Zeitreihe und Trend

    Aus den bisher verfügbaren Daten für die gesamte Zeitreihe (1998-2016) ergeben sich folgende Mittelwerte (dimensionsloser Index): Für die Wasserproduktivität liegt ein Mittelwert von 136, für den Wassereinsatz ein Mittelwert von 80 und für die Bruttowertschöpfung ein Mittelwert von 105 vor. Als Basis dienen die Index-Werte der ersten Erhebung im Jahr 1998.

    Nach der "DAS-Methode" wurden alle Indizes der Zeitreihe auf statistische Signifikanz hin untersucht. Während der Wassereinsatz in den vergangenen Jahren statistisch signifikant linear um -37 Punkte im Vergleich Beginn der Zeitreihe zurückgegangen ist, wurde die Wasserproduktivität statistisch signifikant linear erhöht - und zwar deutlich. Im Zeitraum 1998 bis 2016 stieg sie um als 74 Punkte an. Die Wertschöpfung erlebte keine statistisch signifikanten Änderungen.

    Für die gestiegene Wasserproduktivität gibt es mehrere Erklärungen. Im verarbeitenden Gewerbe konnte zum einen durch den Einsatz technischer Methoden und Verbesserungen ein effizienterer Umgang mit der Ressource Wasser erreicht werden. Zum anderen wirken sich auch veränderte Branchenstrukturen auf die Wasserproduktivität aus. Einige Branchen, wie etwa die Papierindustrie, die chemische Industrie, das Ernährungsgewerbe oder die Textilgewerbe sind deutlich wasserintensiver als andere. Eine höhere Wasserproduktivität kann daher – zumindest teilweise – auf Verschiebungen in der Branchenstruktur innerhalb des verarbeitenden Gewerbes zurückzuführen sein.

    Zeitreihe
    (1998-2016)

    TrendMittelwertÄnderung
    Wasserproduktivität (Index)+s136+74
    Wassereinsatz (Index)+f80-37
    Bruttowertschöpfung (dimensionslos)kt105-
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Jahr 1998 2001 2004 2007 2010 2013 2016
Wasserproduktivität 100 115,9 123,9 132 129,5 173,7 175,2
Wassereinsatz 100 87,8 82,9 85,9 79,2 59,1 62,3
Bruttowertschöpfung 100 101,7 102,7 113,5 102,6 102,6 109,2