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18.1

Witterungsbedingte Netzunterbrechungen

Extremwetter erhöhen Risiko für Stromausfälle

Anteil witterungsbedingt unterbrochener Stromkunden im Niederspannungsbereich mit einer Dauer von mehr als 3 min sowie Anteil witterungsbedingter Netzunterbrechnungen im Mittelspannungsbereich durch atmosphärische Einwirkungen und höhere Gewalt in NRW im Zeitraum 2007-2020 (Datengrundlage: BNetzA).

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Anteil witterungsbedingter Netzunterbrechungen an ungeplanten Unterbrechungen der Stromversorgung, die drei Minuten übersteigen, %
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Bundesnetzagentur (Störungsstatistik)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Da Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels künftig häufiger und intensiver auftreten können, wird auch von einem Anstieg witterungsbedingter Unterbrechungen der Stromversorgung ausgegangen. Vor allem oberirdische Leitungen sind anfällig für die Einflüsse extremer Stürme und Orkane sowie schwerer Schnee- und Eislasten. Die Unterbrechungen in der Stromversorgung werden in Deutschland von der Bundesnetzagentur (BNetzA) erfasst und in einer jährlichen Störungsstatistik veröffentlicht. In die Statistik gehen alle Versorgungsunterbrechungen im Nieder- und Mittelspannungsnetz mit einer Dauer von mehr als drei Minuten ein. 

  • Definition und Berechnung

    Die Unterbrechungen in der Stromversorgung werden in Deutschland von der Bundesnetzagentur (BNetzA) erfasst und in einer jährlichen Störungsstatistik veröffentlicht. In die Statistik gehen alle Versorgungsunterbrechungen im Nieder- und Mittelspannungsnetz mit einer Dauer von mehr als drei Minuten ein. Dabei unterscheidet die BNetzA verschiedene Ursachen von Netzunterbrechungen: Wetter- und witterungsbedingte Ursachen (Wind- und Temperatureinwirkungen oder Überspannungen durch Blitze) werden als „atmosphärische Einwirkungen“ geführt (Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA), 2020). Schwere Stürme und Orkane sowie außergewöhnliche Hochwasser sind unter dem Begriff „höhere Gewalt“ zusammengefasst (Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA), 2020). Zur Berechnung des Indikators werden die wetter- und witterungsbedingten Unterbrechungen sowie jene infolge höherer Gewalt anteilig zu der Gesamtanzahl der ungeplanten Netzunterbrechungen betrachtet. Dies geschieht differenziert nach Nieder- und Mittelspannung.

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Kelvin (K) über die Zeitreihe berechnet. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung.

    Literatur:

    Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA), 2020. Hinweise zur Zuordnung von Versorgungsunterbrechungen zum Störungsanlass höhere Gewalt.

  • Zeitreihe und Trend

    Deutschland und Nordrhein-Westfalen haben eine im internationalen Vergleich hohe Versorgungssicherheit. Auch der Anteil witterungsbedingter Netzunterbrechungen ist in NRW relativ gering. Im Niedrigspannungsnetz waren über die Zeitreihe (2007-2020) im Durchschnitt rund 0,2 % der Netzunterbrechungen witterungsbedingt. Allerdings haben große Unwetterereignisse wie beispielsweise der Sturm Kyrill im Jahr 2007 einen großen Einfluss auf den Anteil der Netzunterbrechungen. Diese waren im Jahr 2007 deutlich erhöht. Im Niederspannungsbereich lässt sich nach der "DAS - Methode" ein statistisch signifikant linear fallender Trend nachweisen. Vergleicht man Anfangs- und Endwert der linearen Trendgeraden, so liegt ein Rückgang um rund 0,2% vor.

    Für das Jahr 2021 ist aufgrund der im Juli durch extreme Starkregen ausgelösten Sturzfluten im Süden Nordrhein-Westfalens wieder mit deutlich erhöhten Werten zu rechnen.

    Für das Mittelspannungsnetz lässt sich ein durchschnittlicher Anteil der witterungsbedingt unterbrochenen Bemessungsscheinleistung von 3,3 % berechnen. Auch hier ist der Sturm Kyrill im Jahr 2007 deutlich in seinen Auswirkungen auf die Stromversorgung erkennbar. Für die Zeitreihe des Mittelspannungsnetzes ist ein quadratischer Trend (u-förmig) nachweisbar, der zunächst aufgrund des enorm hohen 2007 Wertes stark fällt und dann wegen eines höheren Wertes in 2018 wieder leicht ansteigt, aber den Anfangswert noch nicht wieder erreicht hat. Hier ergibt sich ein eine Abnahme von insgesamt rund -5,5 %, wenn man Anfangs- und Endwert der quadratischen Trendlinie miteinander vergleicht.

    Witterungsbedingte Netzunter-
    brechungen in % (2007-2020)
    TrendMittelwertÄnderung
    Niederspannung+f0,2-0,2
    Mittelspannungu3,3-5,5
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Niederspannung 0,48 0,16 0,13 0,22 0,13 0,14 0,14 0,16 0,12 0,09 0,12 0,12 0,08 0,08
Mittelspannung 15,68 3,97 1,8 4,42 1,52 1,04 1,72 2,54 2,16 1 1,56 4,02 2,1 2,32