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15.1

Witterungsbedingte Störungen der Schieneninfrastruktur

Wetterextreme halten die Bahn auf Trab

Witterungsbedingte Störungen an der Schieneninfrastruktur in NRW, differenziert nach verschiedenen Störungsursachen im Zeitraum 2018-2020 (Datengrundlage: DB Netz AG).

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Anzahl witterungsbedingter Störungen an der Schieneninfrastruktur, differenziert nach Störungsursache
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle DB Netz AG
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Die Schiene ist ein wichtiger Verkehrsträger in NRW. Viele Menschen sind auf dem Weg zur Arbeit auf S-Bahn, Regionalverkehr oder Fernzüge angewiesen. Störungen und Zugausfälle können so vor allem für Pendlerinnen und Pendler zum Ärgernis werden. Aufgrund häufigerer Extremwetterereignisse wie Stürme, Hagel sowie Hitze und Trockenheit könnte es künftig vermehrt zu witterungsbedingten Beeinträchtigungen im Schienenverkehr kommen. Umgestürzte Bäume auf dem Gleisbett, Störungen der Oberleitung oder der Ausfall von Klimaanlagen sind hier als mögliche Störungen zu nennen. Böschungsbrände in den Sommermonaten können zu kurzfristigen Sperrungen der Gleise für Löscharbeiten führen. Hochwasser und Starkregen können Gleise unter- oder überspülen. Und auch Blitzschläge sowie winterliche Witterungsbedingungen können Probleme für den Schienenverkehr mit sich bringen. 

  • Definition und Berechnung

    Der vorliegende Indikator nimmt die witterungsbedingten Störungen an der Schieneninfrastruktur in den Fokus. Hierfür wird zwischen verschiedenen Störungsursachen unterschieden. Die Ursache Blitz meint einen Blitzeinschlag in die Oberleitung, in einen Bahnübergang oder in Leit- und Sicherungstechnik. Durch länger anhaltende Hitzeperioden kann sich thermisch bedingt die Gleislage ändern. Zusätzlich kann es auch zu Ausfällen bei der Leit- und Sicherungstechnik kommen. Böschungsbrände sind überwiegend eine Folge von hitzebedingter Trockenheit. Die Ursache Vegetation beinhaltet sturmbedingte Störungen durch Äste oder ganze Bäume auf den Gleisen oder in der Oberleitung. Im Winter kann es zu Ausfällen durch Gleisverwehungen, zu kältebedingten Störungen von Leit- und Sicherungstechnik oder Eiszapfenbildung an baulichen Anlagen kommen. Ebenso sind in der kalten Jahreszeit Störungen durch Eis und Schnee an Bahnübergängen, Spurrillen, Weichen oder Oberleitungen möglich. Starkniederschläge oder langanhaltende Niederschläge können Gleisunter-/Gleisüberspülungen verursachen. Unter Sonstiges werden sonstige witterungsbedingte Störungen von Gleisen, Oberleitungen, Leit- und Sicherungstechnik, Weichen oder Fahrzeugen gezählt. Auch Bauarbeiten, die durch witterungsbedingte Störungen erforderlich wurden, oder kritische Wettersituationen, die den sicheren Zugverkehr verhindern, zählen dazu.

  • Zeitreihe und Trend

    Aus der noch kurzen Zeitreihe lassen sich zwar noch keine Trends ablesen, sie zeigt aber deutlich, dass sich Extremwetterlagen auf die Anzahl witterungsbedingter Störungen auswirken. Die Hitzewellen der Jahre 2018 und 2019 resultierten in einer größeren Anzahl hitzebedingter Störungen sowie Böschungsbränden. Dabei ist zu beachten, dass Störungen an Fahrzeugen wie bspw. Ausfälle von Klimaanlagen in diesem Indikator nicht enthalten sind, da sich die Daten nur auf Störungen an der Infrastruktur beziehen.

    Auch auf Blitzschläge und Sturmereignisse (Störungsursache Vegetation) waren in den vergangenen Jahren viele Ausfälle zurückzuführen. Starkregen- und Hochwasserereignisse (Gleisunter- bzw. Gleisüberspülung) sowie winterliche Witterungsverhältnisse waren hingegen seltener für Störungen ursächlich. Im Mittel gab es über die Zeitreihe jährlich 392 witterungsbedingte Störungen in NRW.

    Witterungsbedingte Störungen der
    Schieneninfrastruktur (2018-2020)
    TrendMittelwert
     
    Änderung
    Blitz-44-
    Hitze-109-
    Böschungsbrand-44-
    Vegetation-55-
    Winter-7-
    Gleisunter-/Gleisüberspülung-3-
    Sonstiges-130-
    Gesamt-393-
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Verkehr und Verkehrsinfrastruktur

Jahr 2018 2019 2020
Blitz 63 50 19
Hitze 107 207 14
Böschungsbrand 53 36 43
Vegetation 60 37 68
Winter 12 8 0
Gleisunter-/Gleisüberspülung 9 1 0
Sonstiges 79 199 113