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13.2

Erreichbarkeit von öffentlichen Grünflächen

Erholungsflächen gewinnen als Oasen in der Sommerhitze an Bedeutung

Erreichbarkeit von öffentlichen Grünflächen in drei verschieden Stadtgrößenkategorien in NRW (Datengrundlage: Zensus 2011, ATKIS 2021)

Datenstand 30.09.2021
Messgröße Anteil der Einwohner mit Erreichbarkeit von Grünflächen in %
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Statistische Landesämter (ZENSUS 2011), ATKIS 2021
Fortschreibungsturnus mit Aktualisierung der ZENSUS-Daten
DPSIR-Indikator Response
  • Bezug zum Klimawandel

    Grün-, Wasser- und Freiflächen, die der Erholung dienen, steigern nicht nur die Wohn- und Aufenthaltsqualität von Stadtquartieren, sondern sind für eine aktive Freizeitgestaltung und Erholung im Freien und somit für die Gesundheitsvorsorge sehr wichtig. Besonders für weniger mobile Bevölkerungsgruppen sind Erholungsflächen in der direkten Wohnumgebung von großer Bedeutung. Durch die Verdunstung von Wasser wirken Bäume, Grün- und Wasserflächen außerdem lokal der Bildung von Hitzeinseln in dicht besiedelten Bereichen entgegen (vgl. Indikator 13.1 „Wärmeinsel-Intensität“). Ein direkter Zugang zu diesen Flächen ermöglicht außerdem eine Vermeidung von Freizeitverkehr und somit eine Reduktion von Umweltbelastungen.

    Es ist daher ein wichtiges Ziel der kommunalen Planung, allen Einwohnerinnen und Einwohnern den Zugang zu qualitativ gut ausgestatteten Erholungsflächen in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung zu ermöglichen. Neben der Neuanlage von Erholungsflächen ist hierfür insbesondere im Bestand die Weiterentwicklung und Aufwertung bestehender Flächen von Bedeutung. Im Sinne der doppelten Innenentwicklung (Kühnau et al. 2016) sollten darüber hinaus auch bei allen Vorhaben zur baulichen Verdichtung zugleich Maßnahmen zum Erhalt und zur Qualifizierung des verbleibenden urbanen Grüns durchgeführt werden.

    Literatur:

    Kühnau, C., Böhm, J., Reinke, M., Böhme, C. & Bunzel, A. (2016): Doppelte Innenentwicklung – Perspektiven für das urbane Grün – Empfehlungen für Kommunen. Broschüre des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/planung/siedlung/Dokumente/DOPI_Brosch.pdf (07.10.2021).

  • Definition und Berechnung

    Der Indikator „Erreichbarkeit von öffentlichen Grünflächen“ stellt eine relative prozentuale Maßeinheit der Erreichbarkeit nahe gelegener städtischer Grünflächen für die Bevölkerung dar (Grunewald et al. 2016). Hierbei werden zwei Kategorien unterschieden: H1: nahe gelegene städtische Grünflächen mit einer Mindestgröße von einem Hektar und einer fußläufigen Distanz von maximal 10 bis 15 Minuten Gehzeit (300 m Luftliniendistanz) und H2: größere städtische Grünflächen mit einer Mindestgröße von 10 Hektar und einer maximalen Entfernung von 20 Minuten Fußweg (700 m Luftliniendistanz). Die öffentlichen Grünflächen umfassen Flächen, die der Freizeit und Erholung dienen: Grünanlagen und Parks, Friedhöfe, Wälder sowie Fließgewässer und Seen. Der Indikator berechnet sich aus dem Verhältnis der Einwohnerzahl mit Zugang zur jeweiligen Grünflächenkategorie innerhalb eines definierten Gebietes sowie der Gesamteinwohnerzahl dieses Gebietes. Als Datenbasis dienen die Zensusdaten von 2011 sowie die aktuellen Flächeninformationen aus dem ATKIS - Datensatz von 2021. Aufgrund der aktuellen Datenbasis gibt es noch keine Zeitreihe. Erst mit den neuen Zensusdaten, die voraussichtlich 2023 verfügbar sein werden, kann ein Vergleichswert erhoben werden.

    Literatur:

    Grunewald, K., Richter, B., Meinel, G., Herold, H. & Syrbe, R.-U. (2016): Vorschlag bundesweiter Indikatoren zur Erreichbarkeit öffentlicher Grünflächen. Bewertung der Ökosystemleistung „Erholung in der Stadt“. In: Naturschutz und Landschaftsplanung 48 (7), 2016, 218 - 226.

  • Zeitreihe und Trend

    Aufgrund der aktuellen Datenbasis gibt es noch keine Zeitreihe. Erst mit den neuen Zensusdaten, die voraussichtlich 2023 verfügbar sein werden, kann ein Vergleichswert erhoben werden.

    Im Mittel können in allen drei Stadtkategorien rund 85 bis 87 % der Einwohnerinnen und Einwohner in einer fußläufigen Distanz von maximal 10 - 15 Minuten eine städtische Grünfläche mit einer Mindestgröße von einem Hektar erreichen. Bei einer maximalen Gehzeit von 20 Minuten können je nach Stadtgröße im Mittel zwischen 92 und 95 % der Einwohnerinnen und Einwohner eine 10 Hektar große Erholungsfläche erreichen.

    Bei Betrachtung der einzelnen Städte zeigt sich jedoch, dass es deutliche Unterschiede in der Erreichbarkeit der öffentlichen Grünflächen gibt. Während in einigen Städten deutlich über 90 % der Bevölkerung die öffentlichen Grünflächen unter den oben beschriebenen Voraussetzungen erreichen, sind es in anderen Städten nur zwischen 70 und 80 % der Einwohnerinnen und Einwohner.

    Erreichbarkeit von öffentlichen GrünflächenTrendH1H2Änderung
    50.000 - 100.000 Einwohner: Anteil der Einwohner in %-85,493,1-
    > 100.000 - 250.000 Einwohner: Anteil der Einwohner in %-87,295,0-
    > 250.000 Einwohner: Anteil der Einwohner in %-86,292,0-
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Indikatoren des Handlungsfeldes Stadtentwicklung und kommunale Planung

Kategorie H1 H2
50.000 - 100.000 Einwohner 85,4 93,1
100.000 - 250.000 Einwohner 87,2 95,0
>250.000 Einwohner 86,2 92,0