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9.5

Hitzebedingte Todesfälle

Hitzewellen erhöhen Sterberaten

Anzahl hitzebedingter Todesfälle (rot) mit 95%-Konfidenzintervall (grau) in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 1992-2017 (Datengrundlage: an der Heiden et al. 2020).

Datenstand 2017
Messgröße Hitzebedingte Sterbefälle, Anzahl pro Jahr
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Robert-Koch-Institut (RKI)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Als Folge von Hitzewellen steigen lokal die Sterberaten über saisonal übliche Erwartungswerte hinaus. Als hauptverantwortliche Ursache gelten dabei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bei hohem Hitzestress zum Tode führen können. Im Hitzesommer 2003 sind geschätzt europaweit über 70.000 Menschen aufgrund der extremen Hitze gestorben (Robine et al. 2008). Etwa 7.600 hitzebedingte Tode sind in Deutschland eingetreten (an der Heiden et al. 2019). Betroffene Personengruppen sind in diesem Zusammenhang in erster Linie alte und/oder vorerkrankte Menschen. 

    Literatur:

    An der Heiden, Matthias; Muthers, Stefan; Niemann, Hildegard; Buchholz, Udo; Grabenhenrich, Linus; Matzarakis, Andreas (2019): Schätzung Hizebedingter Todesfälle in Deutschland zwischen 2001 und 2015. In: Bundesgesundheitsblatt 62 (5), S. 571-579. DOI: 10.1007/s00103-019-02932-Y.

    Robine, Jean-Marie; Cheung, Siu Lan K.; Le Roy, Sophie; Van Oyen, Herman; Griffiths, Clare; Michel, Jean-Pierre; Herrmann, Francois Richard (2008): Death Toll Exceeded 70,000 in Europe During the Summer of 2003. In: Comptes Rendus Biologies 331 (2), S. 171-178. DOI: 10.1016/J.CRVI.2007.12.001.

  • Definition und Berechnung

    Die jährliche Anzahl hitzebedingter Todesfälle ist direkt nur schwer erfassbar. Mithilfe eines mathematischen Modells kann aber der statistische Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und Sterblichkeit beschrieben werden (an der Heiden et al., 2020). Die Anzahl der hitzebedingten Todesfälle wird als Differenz der beobachteten Sterblichkeit – basierend auf Daten des statistischen Bundesamtes – und einer hypothetischen Sterblichkeit, welche sich einstellen würde, wenn die Wochenmitteltemperatur nicht 20 °C übersteigen würde, berechnet (an der Heiden et al., 2020).

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung über die Zeitreihe berechnet. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung. 

    Literatur:

    An der Heiden, Matthias; Muthers, Stefan; Niemann, Hildegard; Buchholz, Udo; Grabenrich, Linus; Matzarakis, Andreas (2020): Heat-Related Mortality. In: Deutsches Ärzteblatt International 117 (37), S. 603-609. DOI: 10.3238/Arztebl.2020.0603.

  • Zeitreihe und Trend

    Für die gesamte verfügbare Zeitreihe (1992-2017) ergibt sich ein jährlicher Mittelwert von 500 hitzebedingten Todesfällen.

    Die Trendanalsyse nach der "DAS - Methode" ergab keinen signifikanten Trend bisher. Tendenziell nehmen die jährlichen hitzebedingten Todesfälle jedoch ab. Eine signifikante Bestätigung dieser Tendenz wäre natürlich zu begrüßen.

    In der Zeitreihe der hitzebedingten Todesfälle spiegeln sich die sommerlichen Hitzewellen der vergangenen Jahre wider. Auffällig sind hier die Jahre 1994, 2003 und 2006, in denen nach der Modellschätzung besonders viele hitzebedingte Todesfälle auftraten. Auch der Zusammenhang zwischen einer hohen Anzahl an Tagen mit Wärmebelastung und Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit verdeutlicht sich in den hitzebedingten Todesfällen: 1994, 2003 und 2006 traten viele Tage mit Wärmebelastung auf (siehe Indikator 9.1). Insgesamt unterliegt die Zeitreihe deutllichen Schwankungen.

    Mittlere Anzahl pro Jahr
    (1992-2017)
    TrendMittelwertÄnderung
    Hitzebedingter Todesfällekt500-
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Menschliche Gesundheit

Jahr 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
p025 -900 -1200 1000 -300 -1100 -1000 -1000 -800 -1200 -300 -1100 800 -800 -900 700 -1100 -900 -900 -300 -1200 -900 -700 -900 -500 -1000 -1400
p975 1800 1200 3300 2100 1300 2000 1100 1300 1100 1900 1200 3000 1600 1400 3000 1100 1300 1400 2200 1200 1600 1800 1500 2000 1900 1300
Hitzebedingte Todesfälle 400 0 2200 800 100 500 0 200 0 600 100 1900 400 200 1900 0 200 200 1100 0 300 500 200 700 400 100