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9.3

Hitzewarnungen

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Hitze

Jährliche Anzahl an Tagen mit Hitzewarnungen (gefühlte Temperatur erreicht für zwei Tage in Folge mindestens 32°C; gleichzeitig wird keine ausreichende nächtliche Auskühlung der Wohnräume mehr gewährleistet) und jährliche Anzahl an Tagen mit Warnungen vor extremer Hitze (gefühlte Temperatur überschreitet 38°C) in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 2005-2020. Wenn an einem Tag eine Warnung nur für einzelne Kreise ausgegeben wurde, wird dieser Tag für ganz NRW gezählt (Datengrundlage: DWD).

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Anzahl der Tage pro Jahr mit Hitzewarnungen
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Deutscher Wetterdienst (DWD)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Der menschliche Organismus passt sich über längere Zeit an sich ändernde klimatische Bedingungen an. Durch den Klimawandel treten aber – für den menschlichen Körper verhältnismäßig plötzlich - höhere Lufttemperaturen auf und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Vor allem während des Sommers können extreme Temperaturen hitzebedingte Belastungen und Krankheiten hervorrufen. Seit 2005 hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) – als Reaktion auf den Hitzesommer 2003 – einen Hitzewarndienst eingerichtet. Der DWD gibt eine Hitzewarnung heraus, wenn eine starke Wärmebelastung vorherrscht bzw. zu erwarten ist. So können sich nicht nur Einzelpersonen vor den Auswirkungen der Hitze schützen, sondern auch Pflegeeinrichtungen, Konzertveranstalter etc. frühzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen.

  • Definition und Berechnung

    Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt Warnungen vor Hitze heraus, wenn extreme Wärmebelastungen auftreten oder bei unzureichender nächtlicher Abkühlung hohe Wärmebelastungen entstehen. Der DWD betrachtet für Warnungen vor Hitze die gefühlte Temperatur nach dem sogenannten "Klima-Michel"-Modell (siehe auch Indikator 9.1 „Wärmebelastung“) und gibt die Meldungen auf Kreisebene heraus. Zusätzlich berücksichtigt der Hitzewarndienst auch Akklimatisationseffekte. Das heißt, die Temperaturen der vergangenen 30 Tage werden bei Warnungen mitberücksichtigt, da sich der menschliche Körper bei länger anhaltender Hitze an die klimatischen Bedingungen anpassen kann. Zum Teil wird auch für die Folgetage gewarnt, so dass eine gewisse Vorbereitungszeit bleibt

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung über die Zeitreihe berechnet. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung. 

  • Zeitreihe und Trend

    Für die verfügbare Zeitreihe (2005-2020) an Hitzewarnungen pro Jahr liegt der Mittelwert bei 8,8. Im gleichen Zeitraum gab es 1,3 Warnungn pro Jahr vor extremer Hitze.

    Die Anzahl jährlicher Tage mit Hitzewarnungen schwankt deutlich über die Zeitreihe. Ein statistisch signifikanter Trend ist seit der Einrichtung des Dienstes im Jahr 2005 durch die "DAS - Methode" noch nicht nachweisbar. Allerdings gibt es steigende Tendenzen.

    Es zeigt sich jedoch, dass die Anzahl an Tagen mit Hitzewarnungen in den Jahren mit heißen Sommern wie 2006, 2010 und 2018 besonders hoch ist. Im Jahr 2018 warnte der DWD an 19 Tagen vor Hitze, an 3 Tagen sogar vor extremer Hitze.

    Mittlere Anzahl Tage pro Jahr
    (2005-2020)
    TrendMittelwertÄnderungen
    mit Hitzewarnungenkt8,8-
    mit Warnungen vor extremer Hitzekt1,3-
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Menschliche Gesundheit

Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Hitzewarnung 6 15 2 8 7 13 2 8 12 6 10 8 2 19 12 10
Warnung vor extremer Hitze +0 1 1 +0 +0 4 1 1 2 +0 4 1 +0 1 3 2