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8.4

Versicherungsleistungen bei Ertragsausfällen

Hohes Risiko für die Agrarversicherung - Schadensatz spiegelt Extremereignisse

Schadensatz (Verhältnis des Schadenaufwandes zur Versicherungssumme) der Hagel- und Elementatgefahrenversicherungen im Agrarbereich in Prozent in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 2010-2020 (Datengrundlage: Vereinigte Hagelversicherung sowie Münchener & Magdeburger Agrar AG).

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Verhältnis der Schäden zur Versicherungssumme, getrennt nach Hagel und erweiterten Elementargefahren, %
Räumliche Abdeckung Durch die beiden Versicherungsunternehmen geschützte Anbauflächen in Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Vereinigte Hagelversicherung, Münchener & Magdeburger Agrar AG
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Durch die klimatischen Veränderungen werden Extremwetterereignisse (Hitze, Spätfrost, Starkregen etc.) häufiger auftreten. Dabei können die landwirtschaftlichen Erträge und die Qualität der Produkte durch Trockenschäden, Frostschäden, Überschwemmung, Bodenerosion und Hagelschäden beeinträchtigt werden.

  • Definition und Berechnung

    Hagelereignisse sowie Sturm, Starkregen und Frost (erweiterte Elementarschäden) lassen sich in der Landwirtschaft versichern. Auch Dürreversicherungen werden bereits angeboten, doch diese Versicherungen spielen noch keine große Rolle in NRW, da sie eher kostenintensiv sind. In anderen Ländern werden Beihilfen zu Dürreversicherungen gezahlt. Durch die potenziell häufiger werdenden und auch intensiveren Extremereignisse werden die Schadenssummen in der landwirtschaftlichen Versicherung perspektivisch ansteigen. 

    Für die Auswertung standen Versicherungsdaten von zwei Versicherern für NRW zur Verfügung. Als Indikator wird die Summe der geleisteten Schäden in € zur gesamten Versicherungssumme in € in Beziehung gesetzt. Dieser Index wird zum einen für die Hagelversicherungen ausgewertet, zum andere für weitere Elementargefahren (Sturm, Frost, Starkregen). Daten zu Versicherungen gegen Dürre liegen nicht vor und sind daher nicht in den Indikator eingeflossen.

    Die Abbildung zeigt als Indikator die Verhältnisse der Schadensleistungen zur Versicherungssumme (jeweils in %) bei der Hagel- und Elementarversicherungen der für NRW bedeutendsten Versicherungsunternehmen im Agrarbereich. 

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt.  Zusätzlich wird die Veränderung über die Zeitreihe berechnet. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung.

  • Zeitreihe und Trend

    Im Zeitraum 2010-2020 wurden im Durchschnitt jährlich 0,7 % der Versicherungssumme für Hagelschäden von den Versicherern ausbezahlt; bei den erweiterten Elementargefahren waren es 1,7 %. Noch zeigen sich bei der statistischen Prüfung für beide Zeitreihen keine signifikaten Änderungstrends. Im Gegensatz zu den Gebäudeversicherungen (Indikator 17.1 "Schadenaufwand in der Wohngebäudeversicherung" und 17.2 "Elementarschäden") sind im Agararbereich die Schadenssätze in Prozent dargestellt nicht im Promillebereich. Demnach ist das Risiko für Schadensleistungen für die Agrarversicherung deutlich höher als für die Wohngebäudeversicherung.

    Da bei den Versicherungen gegen Hagel der Schadenssatz über dem Gesamtzeitraum kaum schwankt, lassen sich hier ganz deutlich Jahre mit außergewöhnlichen Hagelschäden ablesen, zum Beispiel 2016. Bei den Elementargefahren ist es aufgrund der Zusammenfassung verschiedener Extremereignisse schwieriger direkte Kausalzusammenhänge zu erkennen. Der höchste Index bei den Elementarversicherungen ist ebenfalls im Jahr 2016 zu erkennen. Dadurch kann vermutet werden, dass die in diesem Jahr besonders hohen Schadenssätze durch Begleiterscheinungen von Hagelunwettern, wie Sturmschäden oder Starkniederschläge, verursacht wurden. Zumindest die Starkregenindikatoren 2.4 "Niederschlagsextreme" und 2.5 "Überschreitungsstunden Starkregenwarnstufe >3" zeigen, dass 2016 eher überdurchschnittlich hinsichtlich dieser Extremereignisse gewesen ist. Würde ein eigener Schadenssatz für Dürreversicherungen erhoben werden, sähe die Zeitreihe vermutlich zumindest für 2018 ganz anders aus.

    Zeitreihe in Prozent
    (2010-2020)
    TrendMittelwertÄnderung
    Index Hagelkt0,7-
    Index Elementarschädenkt1,7-
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Landwirtschaft

Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Hagel 0,609641341 0,513258633 0,24564803 0,47066828 0,978443489 0,518315783 1,755914977 0,678149057 0,548709506 0,68500799 0,270552519
Elementargefahren 2,32992427 1,522793541 0,950219383 1,159438364 2,592957263 1,095463188 4,785977791 1,832660165 0,718213083 0,845441048 0,431907787