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8.3

Ertragsschwankungen

Witterungsextreme gefährden Ertragssicherheit

Winterweizenertrag in Dezitonnen pro Hektar im Zeitraum 1981-2020 und Abweichung der Winterweizenerträge vom Mittel der Vorjahre in Prozent in Nordrhein-Westfalen (Datengrundlage: BMEL).

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Winterweizenertrag, t/ha und Abweichung vom Mittel der vergangenen 5 Jahre, %
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse sind für die landwirtschaftliche Produktion entscheidende Einflussfaktoren. Manche Kulturen brauchen einen Frostreiz zum Auskeimen, andere brauchen bestimmte Temperatur- und Niederschlagssummen, um optimal zu wachsen. Ändern sich die Verhältnisse durch den Klimawandel, wirkt sich dies auf die landwirtschaftlichen Erträge aus. Dies gilt besonders auch in Hinblick auf ein extremer werdendes Wetter bzw. einer extremer werdenden Witterung, welche deutlich negative Folgen auf die Erträge haben können. Allerdings darf nicht außer acht gelassen werden, dass sich die Art der Landwirtschaft seit Beginn der Zeitreihe grundlegend geändert hat. Neuere Züchtungen, intensivierte Landnutzung sowie neue Pestizide und Bearbeitungsverfahren sind primär für die Ertragssteigerungen verantwortlich. Dennoch: der Klimawandel mit seinen Folgen wird immer spürbarer.

  • Definition und Berechnung

    Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erfasst bundesweit verschiedene Kenngrößen zur landwirtschaftlichen Produktion in der Reihe „Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE)“ unter anderem zur Anbaufläche und den Erträgen pro Bundesland. Als eine der Hauptanbauarten in NRW wird die Ertragsentwicklung des Winterweizens in NRW betrachtet. Der Indikator stellt sowohl die jährlichen Erträge des Winterweizens in dt/ha als auch die Abweichung des Ertrags von den vorangegangenen 6/10/15 Jahren dar. In der jährlichen Reihe lässt sich somit die Ertragsentwicklung insgesamt ablesen, die auch durch Anpassung (z. B. durch Zucht) der Sorten beeinflusst werden kann. Die Abweichung vom mehrjährigen Mittelwert gibt hingegen den Einfluss der Witterung des jeweiligen Jahres wieder.

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung über die Zeitreihe berechnet. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung.

  • Zeitreihe und Trend

    Während der aktuellen Klimanormalperiode liegt der mittlere Ertrag an Winterweizen bei 82,8 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha). Aufgrund der Kürzer der Zeitreihe (ab 1980) können hier noch keine Vergleiche mit anderen Klimannormalperioden getätigt werden.

    Über den Gesamtzeitraum 1980-2020 liegt der Ertrag des Winterweizens in NRW im Mittel bei 77,4 dt/ha. Die Trendanalyse nach der "DAS - Methode" ergibt für die jährlichen Erträge einen signifikant quadratischen Trend mit negativer Trendumkehr (n). Hier steigt zunächst der Ertrag bis zu einem Maximum in den 2010'er Jahren um dann wieder in eine negative Richtung zu gehen. Der Vergleich des Anfangswertes mit dem Endwert der quadratischen Trendline ergibt trotz Umkerhtrend immer noch einen insgesamten Zuwachs von 27 dt/ha bei den Winterweizenerträgen.

    In der Zeitreihe der jährlichen Ertragsschwankungen erscheint das erste Jahr der Zeitreihe, 1980, als das Jahr mit dem bisher geringsten Ertrag von 52,8 dt/ha. Dem gegenüber steht das Jahr 2001 als bisher ertragsreichstes Jahr mit 92,1 dt/ha Winterweizen.

    Zusätzlich wird in der Zeitreihe die Abweichung des Ertrags vom Mittelwert der 6, 10 und 15 Vorjahre dargestellt. Hieran erkennt man beispielsweise den Einfluss der Witterung in einzelnen Jahren. Besonders auffällig ist der Zeitraum der drei Jahre 2017-2019: hier wurde ein Ertragsrückgang zu den Vorjahren festgestellt, der im Zusammenhang mit deutlichen Abweichungen bei den jahreszeitlichen Niederschlägen in diesen Jahren steht (Indikator 2.2 "Durchschnittliche Jahreszeitenniederschläge"). 2017 hatte einen zu trockenen Frühling und einen zu nassen Sommer und Herbst. 2018 war im Sommer und Herbst extrem trocken und heiß, 2019 war der Sommer ebenfalls zu trocken. Im Jahr 2020 stiegen die Erträge wieder und es kam zu positiven Abweichungen. Dies mag an den Sommerniederschlägen 2020 liegen, die zwar unterdurchschnittlich im Vergleich zu den vorhergehenden Klimanormalperioden waren. Aber sie waren deutlich ergiebiger als in den Jahren 2018 und 2019. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Niederschlagsverhältnisse in den nächsten Jahren entwickeln und wie sie die Erträge beeinflussen werden.

    Zeitreihe in dt/ha
    (1980-2020)
    TrendMittelwertÄnderung
    Weizenerträgekuf77,4+27
    Klimanormalperiode
    in dt/ha
    1981-
    2010
    1991-
    2020
    Weizenerträge75,882,8
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Landwirtschaft

Jahr 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Abweichung von 6 Vorjahren               3,9 8,4 -3,8 -5 23,5 8,4 14,1 8,1 11,9 13,3 8,6 -8,1 8,2 -1,2 11,8 -2,4 -4 5,8 0,2 -7,9 -13,8 9,9 4,9 -6,6 -0,5 4,2 11,5 6,7 3,2 -5,8 -7,8 -7 -3,9 3,8
Abweichung von 10 Vorjahren                     0,5 27,3 12,3 17,3 11,5 15,8 19 17,2 -2,4 14,2 2,8 14,6 0,7 -2,6 5,9 1,8 -7,2 -12,8 8,6 3,1 -6,9 -2,5 2,6 11 8,7 5,1 -4 -5,8 -6,1 -2,8 3,6
Abweichung von 15 Vorjahren                               22,4 25,6 22,7 2,8 19,3 8,8 22,1 6,7 2,7 10,8 5,7 -5 -11,4 8,7 4,3 -6,7 -2,3 1,8 10,5 8,2 4,6 -4,7 -5,3 -4,6 -2,3 4,1
Winterweizen [dt/ha] 52,8 54,9 62 58,3 66,5 62,7 69,8 64,8 69,4 62,8 62,7 80,7 74,1 78,8 77,2 81,4 85,9 86,5 74,1 87,3 81,1 92,5 82,5 80,6 87,8 85,5 78,3 72,9 89,3 86,4 77,9 81,3 84,4 91,5 90,8 88,1 80,7 79,4 79,8 81,7 86,6