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6.7

Temperaturindex der Vogelartengemeinschaften

Wärmeliebende Vogelarten breiten sich aus

Entwicklung des Temperaturindex (CTI) der Vogelartengemeinschaften in NRW im Zeitraum 2002-2020 (Datengrundlage: LANUV, ÖFS).

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Species Temperature Index-Wert (CTI), dimensionslos
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und Deutscher Wetterdienst (DWD)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Der anthropogene Klimawandel verändert durch die ansteigenden Jahrestemperaturen und die Verlagerung der Niederschlagsverhältnissse nicht nur die Lebensbedingungen, sondern wirkt auch indirekt dadurch, dass sich Lebensräume und Artengefüge verändern. Vögel können in gewissem Maße darauf reagieren, indem sie ihren Jahreszyklus anpassen, beispielsweise durch einen früheren Brutbeginn oder mehrere Bruten pro Jahr. Bei sehr starken Veränderungen sind Vögel als mobile Artengruppe aber auch in der Lage, neue Regionen zu besiedeln oder sich aus ungeeigneten zurückzuziehen und somit ihr Verbreitungsgebiet zu verlagern.

    Nach derzeitigem Kenntnisstand hat der Klimawandel auf die Verbreitung (Areal) und Populationsgrößen der Brutvogelarten in Nordrhein-Westfalen einen unterschiedlich großen Einfluss. Bei vielen Arten wird dieser Einfluss durch die Art und Intensität der Landnutzung überlagert. Beide Faktoren sind nur schwer voneinander zu trennen, was die Analyse der Effekte von Klimaveränderungen auf die Biodiversität zu einer anspruchsvollen Aufgabe macht.

  • Definition und Berechnung

    Um den Einfluss von Klimaveränderungen auf Vögel zu untersuchen, wird der Temperaturindex der Vogelartengemeinschaften betrachtet. Der Index basiert auf sogenannten Species Temperature Index-Werten, die jeweils die mittlere Temperatur eines Verbreitungsgebietes einer Art in Europa wiedergeben. Der Indikator betrachtet zusammenfassend die Temperaturnischen und Bestandsentwicklungen von 65 in NRW vorkommenden häufigen Brutvogelarten (Quelle: Ökologische Flächenstichprobe NRW).

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung.

  • Zeitreihe und Trend

    Im Betrachtungszeitraum 2002-2020 liegt der mittlere Temperaturindex bei einem Wert von 12,2.

    Die Trendanalyse nach der "DAS - Methode" zeigt, dass der Temperaturindex der Vogelartengemeinschaften in einem quadratischen Umkehrtrend verläuft, der zunächst leicht abfällt und dann stark ansteigt. Der Anstieg liegt bei 0,03 CTI-Punkten, wenn man Anfangs- und Endwert der quadratischen Trendlinie vergleicht.  Dieser Anstieg deutet darauf hin, dass sich möglicherweise auch in NRW im Mittel die Brutareale beziehungsweise Verbreitungsbilder ausgewählter, wärmeliebender Brutvogelarten nach Norden beziehungsweise Nordosten verschieben.

    Zu den von steigenden Mitteltemperaturen profitierenden Vogelarten zählen viele Standvögel, also Vögel, deren Brut- und Überwinterungsgebiet örtlich zusammenfallen. Ein Grund für deren positive Bestandsentwicklung ist das vermehrte Ausbleiben strenger Winter, in denen üblicherweise die größten Verluste heimischer Arten zu verzeichnen sind. Für einige Spätbrüter wie z. B. die Mehlschwalbe führen wärmere, trockenere und länger andauernde Sommer möglicherweise zu höherem Bruterfolg und damit zu positiven Brutbestandsentwicklungen.

    Zeitreihe dimensionslos
    (2002-2020)
    TrendMittelwertÄnderung
    Temperaturindex der
    Vogelartengemeinschaften (CTI)
    -u12,2+0,03
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Biodiversität und Naturschutz

Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Temperaturindex     12,197 12,195 12,19 12,181 12,181 12,19 12,191 12,188 12,186 12,195 12,199 12,195 12,197 12,196 12,2 12,203 12,206 12,219 12,231