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6.5

Klimasensitive Pflanzenarten

Kälteliebende Pflanzen nehmen ab

Mittlerer Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg und Anteil der Kältezeiger (Ellenberg Temperaturzahl 1 - 4) in NRW im Zeitraum 2006-2020 (Datengrundlage: LANUV, ÖFS)

 

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg (dimensionslos), Anteil Kälteanzeiger in %
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Die heimischen Pflanzenarten sind für ein optimales Wachstum auf bestimmte Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse angewiesen. Ändert sich das Temperatur- und Niederschlagsregime bedingt durch den Klimawandel, hat dies Auswirkungen auf die geografische Verbreitung von Pflanzen.

  • Definition und Berechnung

    Der Indikator „Klimasensitive Pflanzenarten“ stellt die spezifische Wirkung des Klimawandels auf das Vorkommen von klimasensitiven Pflanzenarten in NRW anhand des Anteils der Kältezeiger und der Entwicklung des mittleren Ellenberg-Temperatur-Zeigerwertes dar. In NRW sind Kältezeiger insbesondere in Wäldern, montanen Wiesen und Heiden (Bergheiden) zu finden.

    Die Ellenbergschen Zeigerwerte sind ein Klassifikationsverfahren, mit dessen Hilfe die Standortansprüche von Pflanzen wiedergegeben werden können. Er reicht von 1: schneegeprägte Hochlagen bis 9: wärmste Tieflagen Mitteleuropas. Der mittlere Temperatur-Zeigerwert wird auf Basis der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS) aus den mit den Deckungsgraden gewichteten Temperatur-Zeigerwerten der Pflanzen der Krautschicht berechnet. Der Indikator repräsentiert den Temperatur-Zeigerwert einer durchschnittlichen Pflanze in der Krautschicht in NRW.

    Als Kältezeiger werden die Pflanzen mit einem Zeigerwert zwischen 1 und 4 definiert. In NRW kommen etwa 70 dieser Kältezeiger vor. Dazu zählen beispielsweise Trollblume, Frauenmantel, Quell-Sternmiere und der Wald-Storchschnabel. Der Anteil der Kältezeiger ist der mit der Deckung gewichtete durchschnittliche Anteil von Arten mit einem Temperatur-Zeigerwert 1 bis 4 am Gesamtanteil aller Arten der Krautschicht in der ÖFS. Eine Zu- oder Abnahme bedeutet demnach eine relative Verschiebung der gesamten Pflanzengemeinschaft in Bezug auf das Vorkommen und den Deckungsgrad der Kältezeiger.

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung.

  • Zeitreihe und Trend

    Der mittlere Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg liegt während der noch kurzen Zeitreihe 2006-2020 bei einem Mittelwert von 5,21. Der Anteil der Kältezeiger an den Pflanzen der Krautschicht liegt im Mittel der Zeitreihe bei rund 6,1 %.

    Die Trendanalyse nach der "DAS - Methode" ergab für den mittleren Temperatur-Zeigerwert nach Ellenberg einen signifikant linear ansteigenden Trend. Der Temperaturzeigerwert ist dabei beim Vergleich von Anfangs- und Endwert der Trendgeraden um 0,06 angestiegen. Der Anteil der Kältezeiger an den Pflanzen der Krautschicht hat nach der Trendanalyse signifikant linear abfallend um rund 1,5 Prozentpunkte abgenommen.

    Der sinkende Anteil der Kältezeiger ist der wesentliche Faktor für den Anstieg des mittleren Temperaturzeigerwertes, während sich der Anteil der Wärmezeiger (Temperatur-Zeigerwerte 7 - 9) bisher nur moderat erhöht hat (hier nicht dargestellt).

    Zeitreihe
    (2006-2020)
    TrendMittelwertÄnderung
    Temperatur-Zeigerwert (dimensionslos)-s5,21+0,06
    Anteil Kältezeiger in %-f6,1-1,5
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Biodiversität und Naturschutz

Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Anteil Kältezeiger 6,92 6,97 6,86 6,71 6,5 6,15 6,02 5,88 5,88 5,79 5,71 5,72 5,69 5,70 5,49
mittlerer Temperatur-Zeigerwert 5,184 5,183 5,184 5,187 5,197 5,206 5,208 5,213 5,215 5,218 5,225 5,226 5,228 5,236 5,245