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6.4

Blühbeginn Buschwindröschen

Nahrungsangebot für Wildtiere steht früher im Jahr zur Verfügung

Mittlerer Blühbeginn des Buschwindröschens in NRW im Zeitraum 1951-2020. Zusätzlich werden die Mittelwerte der Klimanormalperiode 1951-1980 und 1991-2020 dargestellt (Datengrundlage: DWD).

Datenstand 31.12.2020
Messgröße Blühbeginn Buschwindröschen, Tag im Jahr
Räumliche Abdeckung Nordrhein-Westfalen (NRW)
Datenquelle Deutscher Wetterdienst (DWD)
Fortschreibungsturnus jährlich
DPSIR-Indikator Impact
  • Bezug zum Klimawandel

    Das Eintrittsdatum bestimmter Phasen in der Pflanzenentwicklung wird maßgeblich von der Temperatur beeinflusst. Aus langjährigen Beobachtungen kann damit der Einfluss veränderter klimatischer Bedingungen auf die Entwicklung von Pflanzen und Ökosystemen ermittelt werden. Anders als direkte Temperaturmessungen spiegelt die Phänologie aber eine Reaktion der Natur auf ihre Umwelt wider. Daher ist sie ein wichtiger und besonders sensitiver Bioindikator für den Klimawandel. Der Blühbeginn des Buschwindröschens ist darüber hinaus ein wichtiger Marker in der Wildbiologie, da er das Ende der winterlichen Notzeit durch das Aufkommen eines ausreichenden Nahrungsangebots markiert.

    Phänologische Beobachtungen an Pflanzen mit Aussagekraft über Temperaturveränderungen sind vor allem in gemäßigten Klimazonen möglich, da hier die Temperatur einen besonders großen Einfluss auf den Eintritt der verschiedenen Entwicklungsphasen hat. Vor allem die Frühlingsphasen zeichnen sich durch eine starke Korrelation mit der Temperatur aus (maßgeblich ist die Temperatur der einer Entwicklungsphase vorausgehenden 2-3 Monate). Weitere Einflussfaktoren sind die Tageslichtlänge und die Zusammensetzung des Lichtspektrums.

  • Definition und Berechnung

    Als Indikator wird der Blühbeginn des Buschwindröschens als Tag im Kalenderjahr aufgenommen. Das Gebietsmittel für NRW dieses phänologischen Zeigers wird als Mittelwert aus den Daten der Jahresmelder der phänologischen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für NRW berechnet.

    Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach der Methode des Umweltbundesamtes zum Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz "DAS - Methode" genannt. Die Entwicklung der Trends wird tabellarisch dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung über die Zeitreihe berechnet. Für eine kurze Einführung in die Trendberechnung steht ihnen die Seite zur Methodik im Serviceteil zur Verfügung.

  • Zeitreihe und Trend

    Der mittlere Blühbeginn des Buschwindröschens liegt aktuell (Klimanormalperiode 1991-2020) beim 88. Tag im Jahr (29. März). Währen der ersten verfügbaren Klimanormalperiode (1951-1980) lag der mittler Blühbeginn noch beim 95. Tag im Jahr (05. April), demnach hat sich der Blühbeginn um sieben Tagen nach vorne verlagert.

    Der Mittelwert über die gesamte Zeitreihe (1951-2020) ergibt als Blühbeginn den 92. Tag im Jahr (02. April). Die Trendanalyse nach der "DAS - Methode" zeigt einen signifikant linear fallenden Trend. Betrachtet man die Unterschiede zwischen Anfangs- und Endwert der linearen Trendgeraden, so ergibt sich eine Verschiebung um 11 Tage nach vorne.

    Wie bei den meisten phänologischen Zeitreihen zeigt sich auch beim Buschwindröschen eine hohe Variabilität von Jahr zu Jahr. Deutlich zu erkennen ist jedoch, dass bis Anfang der 1990er Jahre das Buschwindröschen häufig nach dem 90. Tag im Jahr (31. März) anfing zu blühen, in der zweiten Hälfte der Zeitreihe aber häufig früher als am 90. Tag im Jahr. Der bisher früheste Mittelwert zum Blühbeginn ist 1990 am 75. Tag im Jahr (16. März), der bisher späteste 1970 am 112. Tag im Jahr (22. April).

    Blübeginn in Kalendertag
    (1951-2020)
    TrendMittelwertÄnderung
    Buschwindröschenkf92-11
    Blühbeginn
    in Kalendertag
    1951-
    1980
    1961-
    1990
    1971-
    2000
    1981-
    2010
    1991-
    2020
    Buschwindröschen9596939088
  • Legende Trendsymbole

    Trendbeschreibung

    kssteigender Trend
    kffallender Trend
    kuTrend mit Trendumkehr: zuerst fallend, dann steigend
    knTrend mit Trendumkehr: zuerst steigend, dann fallend
    kqfallender quadratischer Trend
    ktkein Trend

    Trendbewertung

    +s+f+u
    +n+q
    günstige Entwicklung
    -s-f-u
    -n-q
    ungünstige Entwicklung
    kskfku
    knkqkt
    keine Bewertung der Entwicklung möglich oder gleichzeitig günstige und ungünstige Entwicklungsaspekte vorhanden

     

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Weiterentwicklung des Indikators

  • Datenquellen / Ergänzungen

Handlungsfeld Biodiversität und Naturschutz

Jahr 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
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Mittelwert 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95                     88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88 88